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Insights aus der Community 4: Christian Weber

August 31, 2026
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In Basel entstehen jeden Tag spannende Ideen – und dahinter stehen Menschen mit Neugier, Mut und einer grossen Leidenschaft für Technologie. Genau diese Tech Minds möchten wir bei BaselTech sichtbar machen.

In unserem monatlichen Community-Interview rücken wir die Menschen hinter Projekten, Startups und Unternehmen ins Zentrum. Wir sprechen mit Gründerinnen und Gründern, Entwicklerinnen und Entwicklern sowie anderen Macherinnen und Machern über ihre Motivation, ihre Erfahrungen und die Ideen, die sie antreiben. Dabei geht es nicht um Werbung, sondern um persönliche Geschichten, Learnings und Perspektiven.

Die Interviewreihe gibt ehrliche Einblicke in die Basler Tech-Szene, macht spannende Menschen und ihre Ideen sichtbar und schafft neue Verbindungen innerhalb der Community.

Christian Weber: Warum die besten Verbindungen einen konkreten Zweck haben

Manche beruflichen Wege folgen einer geraden Linie. Der von Christian Weber verbindet Banking, Bildung, Geschichte, Digital Humanities und heute den Aufbau der Hochschule für Informatik FHNW. Was auf den ersten Blick nach mehreren Welten klingt, hat für ihn einen gemeinsamen Kern: Menschen zusammenzubringen und Strukturen zu schaffen, in denen etwas Neues entstehen kann.

Seinen Weg begann Christian mit einem Betriebsökonomie-Studium an der FHNW und einem Auslandssemester in Stockholm. Danach arbeitete er rund zehn Jahre im Banking – vom Firmenkundengeschäft bis ins Private-Equity-Umfeld.

Dabei erlebte er, wie viel möglich wird, wenn Menschen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Gleichzeitig wurde ihm klar, dass sein eigener Weg noch nicht abgeschlossen war.

Christian wechselte zurück an die Universität Basel und studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Digital Humanities. Anschliessend arbeitete er mehrere Jahre im Digital Humanities Lab der Universität Basel, zuletzt in der Leitung des Studienangebots.

Als in der Nordwestschweiz eine neue Hochschule für Informatik entstand, reizte ihn erneut die Möglichkeit, etwas von Grund auf mitzugestalten. Seit Februar 2025 leitet er den Hochschulbetrieb der Hochschule für Informatik FHNW. Mit einem gewissen Stolz erzählt Christian: Sein Vertrag war der erste Arbeitsvertrag der neu gegründeten Hochschule.

„Ich bin der erste Mitarbeiter der Hochschule für Informatik.“

Seitdem ist viel passiert: Die Hochschule wurde eröffnet, ein neuer Campus eingeweiht und ein zweiter Standort in Basel aufgebaut. Besonders wichtig ist Christian dabei, dass Informatik als eigenständiges Feld sichtbar wird – nicht weil sie losgelöst von anderen Bereichen wäre, sondern gerade weil Digitalisierung heute nahezu alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche berührt.

Die neue Hochschule soll deshalb nicht nur Informatik vermitteln, sondern unterschiedliche Zugänge ermöglichen. Neben klassischen Informatikangeboten gehören dazu Studienmodelle rund um Data Science und Artificial Intelligence sowie thematische Zugänge wie Sport. Für Christian liegt darin eine grosse Chance: Menschen lassen sich oft dann für Technologie begeistern, wenn sie an ein Thema anknüpft, das sie bereits interessiert.

„Es gibt Menschen, die sich nicht in erster Linie fürs Programmieren interessieren, aber ein Problem lösen wollen. Dafür nutzen sie die Methoden der Informatik.“

Was macht Christian Weber?

Christian Weber ist Leiter Hochschulbetrieb der Hochschule für Informatik FHNW. Seine Aufgabe beschreibt er mit drei Begriffen: Organisation, Innovation und Networking.

Organisation sorgt dafür, dass der Hochschulbetrieb verlässlich funktioniert. Innovation bedeutet für ihn, Neues auszuprobieren und unter anderem Entrepreneurship stärker zu fördern. Und Networking bringt die Menschen zusammen, die aus Ideen konkrete Projekte machen können.

Was möchte Christian mit der Community teilen?

Christian möchte zeigen, dass Vernetzung kein Selbstzweck ist. Er geht nicht an einen Anlass, nur um möglichst viele Kontakte zu sammeln. Entscheidend ist für ihn ein gemeinsamer Grund: eine Aufgabe, ein Problem oder ein Ziel, an dem Menschen miteinander arbeiten können. Über den Begriff Networking sagt er deshalb mit entwaffnender Offenheit:

„Ich gehe nicht gerne an einen Anlass, um zu netzwerken. Ich habe gerne einen Grund.“

Gerade die kleinen Begegnungen hält er für wertvoll. Nicht jede Zusammenarbeit lässt sich am Reissbrett planen. Manchmal entsteht der wichtigste Impuls in einer Kaffeepause, weil die richtigen Personen zusammenkommen und erkennen, dass ihre Erfahrungen zusammenpassen.

„Wenn du die richtigen Leute zusammensetzt, gibt es in der Kaffeepause Gespräche, die es sonst nicht gibt.“

Was erwartet Christian von BaselTech?

Von BaselTech erwartet Christian vor allem Nähe, Offenheit und gemeinsame Vorhaben. Dass BaselTech und die Hochschule für Informatik künftig räumlich näher zusammenrücken, sieht er als Chance: Zusammenarbeit wird einfacher, wenn Menschen sich regelmässig begegnen und Ideen unkompliziert weitergeben können.

Konkrete Möglichkeiten sieht er in gemeinsamen Projekten mit Studierenden, in der angewandten Forschung, in Veranstaltungen mit Wirtschaftspartnerinnen und Wirtschaftspartnern sowie in neuen Angeboten für Startups. Das eigentliche Potenzial geht für ihn jedoch darüber hinaus: Aus dem täglichen Austausch können kleinere Initiativen entstehen, die vorher niemand geplant hat.

„Wir haben einen relativ grossen Überlappungsraum, wo wir uns gegenseitig den Ball hin und her spielen und Sachen miteinander machen können.“

Wie trägt Christian zur BaselTech Community bei?

Christian bringt ein Netzwerk aus Wirtschaft, Hochschule und Region ein – und die Bereitschaft, passende Menschen gezielt miteinander zu verbinden. Dabei versteht er die Beziehung zwischen BaselTech und der Hochschule für Informatik nicht als einseitige Leistung, sondern als Zusammenarbeit, von der beide Seiten profitieren.

„Ich glaube, für uns ist es auch ein Netzwerkaufbau in Basel – und zwar mit euch zusammen.“

Die Hochschule bringt Studierende, Weiterbildung, Forschung und Dienstleistungen ein. Gleichzeitig öffnen beide Seiten ihre jeweiligen Netzwerke. Dort, wo sich diese Bereiche überschneiden, können gemeinsame Projekte entstehen und neue Verbindungen zwischen Hochschule und Wirtschaft geschaffen werden.

Welche Herausforderungen haben Christian besonders geprägt?

Eine junge Hochschule mit aufzubauen bedeutet für Christian, vieles neu zu denken und auszuprobieren. Gleichzeitig braucht ein wachsender Hochschulbetrieb verlässliche Strukturen. Dass dabei nicht alles auf Anhieb funktioniert, gehört für ihn dazu.

Aus früheren Stationen hat er eine pragmatische Haltung zu Fehlern mitgenommen. Nicht jeder misslungene Versuch ist eine Katastrophe. Wenn ein Projekt nicht funktioniert oder ein LinkedIn-Post einmal nicht perfekt ist, sollte man die Folgen realistisch einordnen, daraus lernen und den nächsten Schritt besser machen. Christian bringt diese Gelassenheit trocken auf den Punkt:

„Ich bin kein Chirurg, es geht nicht um Menschenleben".

Damit will Christian Verantwortung nicht kleinreden. Vielmehr geht es ihm darum, Fehler in die richtige Perspektive zu rücken und dort Raum zum Ausprobieren zu lassen, wo die Konsequenzen überschaubar sind. Eine weitere Herausforderung sieht er in den Silos, die in grossen Organisationen fast automatisch entstehen.

„Überall, wo ich bin, sind immer Silos.“

Gerade deshalb ist es ihm wichtig, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen und Austausch zu ermöglichen.

Was begeistert Christian an seinem Beruf / an seiner Branche?

Christian begeistert an seiner Aufgabe besonders, dass er etwas Sinnvolles bewirken kann.

„Ich darf in meiner Heimatregion arbeiten und für meine Heimatregion arbeiten.“

Bildung schafft für ihn einen Mehrwert, der weit über ein einzelnes Studium hinausgeht: Menschen nehmen Wissen mit, wenden es in Unternehmen an, entwickeln sich weiter und geben ihre Erfahrungen wiederum an andere weiter.

Dabei endet Bildung für ihn nicht mit dem Bachelorabschluss. Gerade in einer schnelllebigen Technologiewelt wird Weiterbildung immer wichtiger. Christian wünscht sich deshalb mutigere und flexiblere Formate, die lebenslanges Lernen nicht als gelegentlichen Zusatzkurs, sondern als festen Bestandteil des Berufslebens verstehen. Auch Entrepreneurship ist für ihn ein wichtiges Thema: Hochschulen dürfen aus seiner Sicht mutiger darin werden, neue Ideen, Startups und Spin-offs zu fördern.

Seine Haltung zur Arbeit bringt Christian mit einem Augenzwinkern auf den Punkt:

„Ich möchte nicht für Geld arbeiten. Brauche ich Geld? Ja.“

Fun Facts über Christian

Christian besitzt rund 200 Brettspiele. Besonders gern spielt er komplexe Aufbauspiele, die auch mehrere Stunden dauern dürfen. Im Freundeskreis bevorzugt er allerdings kooperative Spiele. Seine Frau beschäftigt sich noch intensiver mit den Regeln und ist nach Christians eigener Aussage sogar besser als er. Auf die Frage, ob er gut verlieren könne, antwortet Christian trocken:

„Wieso? Ich verliere nicht.“

Beim Joggen hält Christian es dagegen ganz einfach: Während andere Schritte, Zeiten und Pulswerte messen, läuft er ganz ohne digitale Begleitung.

„Ich habe keine Wearables. Ich gehe einfach so joggen.“

Welches Learning möchte Christian teilen?

Christian hat auf seinem Weg gelernt, berufliche Wechsel nicht als Abbruch zu verstehen. Menschen entwickeln sich, sammeln an anderen Orten neue Erfahrungen und begegnen sich später oft wieder. Gute Zusammenarbeit zeigt sich für ihn deshalb auch daran, wie man auseinandergeht.

„Mein Ziel ist, dass ich mich freue, wenn man sich das zweite Mal im Leben sieht.“

Diesen Gedanken überträgt er auch auf Unternehmen. Wer Junior-Mitarbeitende ausbildet, sollte nicht nur auf die nächsten drei Jahre schauen. Vielleicht kehren sie später mit neuen Fähigkeiten zurück. Beziehungen enden nicht automatisch mit einem Stellenwechsel. Wer langfristig denkt, weiss schliesslich nie, welche Rolle ein heutiger Junior später einmal spielen wird.

„Der Junior, den ich heute ausbilde, ist vielleicht in 25 Jahren CEO.“

Welchen Gedanken möchte Christian der Community mitgeben?

Christian ist überzeugt, dass die Region Nordwestschweiz dann stärker wird, wenn Hochschulen, Unternehmen, Startups und Communitys enger zusammenarbeiten. Unterschiedliche Netzwerke, Erfahrungen und Perspektiven können sich ergänzen – besonders dann, wenn Menschen bereit sind, über die Grenzen der eigenen Organisation hinauszudenken.

Für Christian liegt darin die Chance, das Tech-Ökosystem der Region gemeinsam weiterzuentwickeln: Menschen auszubilden, Wissen und Erfahrungen zu verbinden und neue Möglichkeiten für Wirtschaft und Innovation zu schaffen.

Genau darin zeigt sich für Christian der rote Faden seines Weges: Vernetzung nicht als Selbstzweck, sondern als Möglichkeit, gemeinsam etwas zu bewegen.

„Ich glaube, wir schaffen einen extremen Mehrwert.“

Zum Schluss

Wer mehr über Christian Weber und die Hochschule für Informatik FHNW erfahren möchte, findet in den Links weitere Informationen.

Und wenn auch du deine Geschichte, Erfahrungen oder Learnings mit der BaselTech Community teilen möchtest, freuen wir uns, von dir zu hören. Vielleicht bist du schon bald Teil unserer nächsten Ausgabe von «Insights aus der Community».

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Links:

https://www.fhnw.ch/de/informatik

Interview geführt von: Michael Schäfer
Autor: Daniel Vogt

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